Zinseszinsrechner: Wie aus 100 € im Monat ein Vermögen wird
Du sparst 100 € im Monat für dein Kind? Über 18 Jahre und 6 % Rendite werden daraus rund 38.700 € — fast doppelt so viel, wie du eingezahlt hast. Das ist die Macht des Zinseszins. Berechne hier dein eigenes Szenario.
💡 Der frühe-Start-Effekt
Wenn du von 25–35 nur 200 €/Monat sparst und dann liegen lässt, bist du mit 65 bei rund 280.000 € (bei 7 %). Wer mit 35 startet und 30 Jahre lang spart, kommt nur auf 244.000 € — und zahlt das Dreifache ein.
Aber: Wo kommen die X €/Monat her?
Hier scheitern die meisten Sparpläne — nicht an der Disziplin, sondern an der fehlenden Übersicht im Familienbudget.
- ✓ Was am Monatsende übrig ist (bevor der Monat anfängt)
- ✓ Wo du X € freischaufeln kannst
- ✓ Wie dein Sparplan automatisch ins Budget einfließt
Was Zinseszins für deine Familie wirklich bedeutet
Die meisten denken bei Zinseszins linear: 7 % pro Jahr, das ist doch nicht viel. Stimmt — im ersten Jahr. Aber 7 % über 30 Jahre verdreifachen dein Geld nicht. Sie verachtfachen es fast. Aus 10.000 € werden rund 76.000 €. Aus 50.000 € werden 380.000 €. Der Trick ist nicht, viel zu sparen. Der Trick ist, früh zu sparen — und das Geld dann liegen zu lassen.
3 Beispiele aus dem Familienalltag
1. Kindersparplan: 100 €/Monat ab Geburt
Einzahlung gesamt über 18 Jahre: 21.600 €. Endkapital bei 6 % Rendite: 38.700 €. Davon Zinseszins-Gewinn: 17.100 €. Zur Volljährigkeit hat dein Kind ein Polster für Studium, Auslandsaufenthalt oder erste eigene Wohnung.
2. Eigene Altersvorsorge: 300 €/Monat über 30 Jahre
Einzahlung gesamt: 108.000 €. Endkapital bei 7 %: rund 366.000 €. Davon Zinseszins-Gewinn: 258.000 €. Das ist mehr als das Dreifache deiner Einzahlungen.
3. Der frühe-Start-Effekt
Vater A spart 200 €/Monat von 25–35 (10 Jahre, 24.000 € eingezahlt) und hat mit 65 rund 280.000 €. Vater B spart 200 €/Monat von 35–65 (30 Jahre, 72.000 € eingezahlt) und hat mit 65 rund 244.000 €. Vater A zahlt ein Drittel — und hat am Ende mehr. Jedes Jahr früher zählt mehr als jeder Euro mehr.
Die 4 häufigsten Fehler bei der Zinseszinsrechnung
- Inflation vergessen. 100.000 € sind in 20 Jahren bei 2 % Inflation nur 67.300 € wert.
- Steuern vergessen. In Deutschland/Österreich fallen Kapitalertragssteuern an. Der Freibetrag hilft, deckt aber nicht alles ab.
- Lineare Erwartungen. Die letzten 10 Jahre eines 30-Jahres-Sparplans erwirtschaften oft mehr als die ersten 20.
- Kosten unterschätzen. 1 % höhere TER klingen harmlos — kosten dich auf 30 Jahre rund 25 % des Endkapitals.
So fängst du an — in 3 Schritten
- 1
Sparrate ermitteln. Nutze den Rechner oben. Realistischer Start: 50–200 €/Monat pro Kind, 200–500 €/Monat eigene Vorsorge.
- 2
Im Budget verankern. Mach Platz für die Sparrate in deinem Monatsbudget. Sonst funktioniert es einen Monat — und dann nicht mehr.
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ETF-Sparplan eröffnen. Bei einem Broker mit TER unter 0,3 %, auf einen breit gestreuten Index wie MSCI World.
Häufige Fragen zum Zinseszins
Was ist der Zinseszins?
Zinseszins bedeutet, dass du nicht nur auf dein eingezahltes Geld Zinsen bekommst, sondern auch auf bereits erhaltene Zinsen. Dein Geld wächst dadurch exponentiell statt linear.
Welche Rendite ist realistisch?
Ein breit gestreuter ETF (z.B. MSCI World) hat historisch ca. 7% p.a. vor Inflation erzielt. Konservative Schätzungen rechnen mit 5–6% p.a.
Wie oft werden Zinsen berechnet?
Dieser Rechner berechnet monatlich — deine Sparrate wird jeden Monat investiert und die Rendite monatlich gutgeschrieben.
Was ist die 72er-Regel?
Teile 72 durch deinen Zinssatz und du weißt, nach wie vielen Jahren sich dein Geld verdoppelt. Bei 7% Rendite = ca. 10 Jahre.
Was ist besser — einmalig viel oder monatlich wenig?
Beides wirkt, aber der frühe Start zählt mehr als die Höhe. 200 €/Monat ab 25 schlägt oft 400 €/Monat ab 35 — dank Zinseszins.
Was ist der Unterschied zwischen Zins und Zinseszins?
Einfacher Zins: du bekommst nur auf dein eingezahltes Kapital Zinsen. Zinseszins: du bekommst auch auf bisherige Zinsen Zinsen. Der Unterschied wird über die Jahre enorm.
Sind Steuern berücksichtigt?
Nein. Je nachdem in welchem Land du lebst, können Steuern auf Kapitalerträge anfallen. Das tatsächliche Ergebnis kann daher geringer ausfallen.
Wie starte ich am einfachsten mit einem ETF-Sparplan?
Der einfachste Weg ist eine App wie Revolut — ETF-Sparplan ab 1 € monatlich, in wenigen Minuten eingerichtet.
Lohnt sich ein Sparplan fürs Kind oder besser für mich selbst sparen?
Wenn dein Notgroschen steht und deine eigene Altersvorsorge läuft: ja, ein Kinderdepot ist sinnvoll. Spar zuerst für dich selbst — dein Kind kann sich Geld leihen, du dir keine Rente.
Wann sollte ich mit dem Kindersparplan anfangen?
So früh wie möglich — idealerweise im Geburtsmonat. Bei 18 Jahren Laufzeit macht der Unterschied zwischen Geburt und 3. Geburtstag schon 5.000–7.000 € aus.
Wie viel sollte eine Familie monatlich sparen?
Faustregel: 10–15 % vom Nettoeinkommen für Vermögensaufbau zusammen. Bei 4.000 € Netto wären das 400–600 €. Plus 50–100 €/Monat pro Kind.
Was passiert mit dem Sparplan bei Elternzeit oder Jobwechsel?
Sparpläne sind flexibel — du kannst pausieren, reduzieren oder erhöhen. Eine Pause von 12 Monaten kostet auf 30 Jahre weniger als ein endgültiger Abbruch.